Tagebaubetrieb ist eine logistische Herausforderung

 

Der Weg zur Braunkohle ist aufwändig, denn sie liegt tief unter der Oberfläche verborgen. Im ersten Schritt mussten die über der Kohle liegenden Erdschichten (Abraum) abgetragen werden. Um im Helmstedter Revier eine Tonne Braunkohle gewinnen zu können, mussten 1,2 Kubikmeter Abraum bewegt werden. Für den Transport der von den Schaufelradbaggern gewonnenen Kohle- und Abraummassen wurden Bandanlagen eingesetzt. Die Kohle wurde damit direkt zur Vorratshalde des Kraftwerks befördert, der Abraum zu einem Bandabsetzer einer mobilen und kontinuierlichen arbeitenden Verkippanlage, die ihn über ein Bandsystem zur Verfüllung ausgekohlter Tagebaue transportierte. Pro Tag wurden so insgesamt 18.000 Kubikmeter Abraum und Kohle transportiert. Die Steuerung dieser Massenströme erfolgte über einen Bandleitstand und in enger Abstimmung mit den Baggerführern.

Das System der Bandanlagen war insgesamt 10 Kilometer lang. Die Bänder erreichten beim Transport eine Geschwindigkeit von rund vier Metern pro Sekunde. Das entspricht immerhin 15 Kilometern in der Stunde.

Die Bandanlagen kamen ausschließlich im Südfeld des Tagebaus Schöningen zum Einsatz. Zusätzlich erfolgte die Abraumbewegung und Kohleförderung mit Schaufelradbaggern und geländegängigen Schwerlastkraftwagen (Dumpern). Im Abbaufeld „Restkohlepfeiler Werkstätten“ wurden jedoch nur kleinere Bagger und Dumper eingesetzt.