Archäologie im Tagebau

Der Braunkohletagebau Schöningen ist archäologisch eine der bedeutendsten Fundstellen der Region und veränderte das Bild des Urmenschen grundlegend. 1994 bis 1998 fanden die Archäologen des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege am Westrand des Tagebaus Schöningen acht hölzerne Wurfspeere aus der Altsteinzeit. Die Speere hatten dort über 300.000 Jahre lang verborgen und konserviert gelegen. Zusammen mit den Skelettresten von Pferden sind sie die letzten Zeugnisse einer Großwildjagd, die hier an den Ufern eines ehemaligen Sees stattfand.

Die sogenannten Schöninger Speere sind die ältesten Jagdwaffen der Menschheit. Der Homo erectus, der Vorfahre des Neandertalers, konnte somit nicht nur technologisch hochwertige Waffen bauen, sondern verfügte auch über ausgefeilte Jagdstrategien. Fähigkeiten, die man bis dahin nur dem modernen Menschen zugeschrieben hatte.  

Wir unterstützen die Ausgrabungen und lassen den Kohlepfeiler unter der Fundstelle der Speere für die Arbeit der Fachleute stehen. Auch mit zahlreichen Sachleistungen, wie dem Einsatz von Baumaschinen inklusive Personal oder elektrischen Anlagen auf der Grabungsstelle, fördern wir die Archäologie im Helmstedter Revier.

Am Westrand des Tagebaus Schöningen unweit der Fundstelle der Speere liegt das Paläon, das Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere, welches 2013 seine Eröffnung feierte. Hier kann man die seltenen Fundstücke aus dem Tagebau Schöningen in einer festen Ausstellung besuchen (www.palaeon.de).   

Aber es gibt noch mehr im Tagebau Schöningen zu entdecken, denn er ist wie ein Fenster, das den Betrachter in eine Zeit von vor mehr als 50 Millionen Jahren blicken lässt. Die einzelnen Schichten geben Auskunft über Landschafts- und Klimaveränderungen. So gehören zahlreiche Palmenstümpfe, eine gut erhaltende Seegraswiese sowie zahlreiche Grünsandstreifen zu den besonderen Funden, die das Frankfurter Senckenberg-Institut in unserem Tagebau machte. Sie bezeugen, dass es hier einmal tropisches Klima gab und das Helmstedter Revier sich am Rande eines Urzeitmeeres befand.